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    In meinem Himmel – Roman von Alice Sebold

    28.11.2010 - 19:23

    … und ein paar nachträgliche Gedanken zur Verfilmung ….

    Nicht selten bekommt man den Ratschlag bei einer Romanverfilmung vorher das Buch gelesen zu haben. Eigentlich nehme ich diesen Ratschlag nicht so streng und nicht selten funktionieren beide Medien auf ihre Art und Weise wunderbar parallel.
    Peter Jacksons filmische Umsetzung sprach mich vor allem visuell an, jedoch blieb an diversen Momenten das Gefühl nicht aus, dass evtl. einige Momente entschärft oder der virtuellen Schere zum Opfer gefallen sein könnten. Am Ende hat mir die Bestseller Adaption im Gesamten dennoch recht gut gefallen.

    Nachdem ich nun die Vorlage von Alice Sebold gelesen habe, bin ich allerdings etwas enttäuscht, in welchen Maß die Geschichte der ermordeten 14jährigen Susie im Film kastriert worden ist. Ich hatte förmlich das Gefühl nur einen Direktors Cut, der in den 70iegern spielenden Story serviert bekommen zu haben. Selten wurde ich von Worten dermaßen ergriffen, dass es mir eiskalt den Rücken runter lief. Leben und Tod, Trauer und Schmerz und am Ende die Möglichkeit dennoch einen gehegten Traum wahr werden zu lassen, ging unter die Haut. Auch wenn das Buch vor Schmerz schreit geben die aus dem Himmel betrachteten Erzählungen und Backflashs Susies vom Leben ihrer trauernden Familie gegen Ende ein positives Bild vom Leben. Leider wurde der Film um die Schattenseiten der Charaktere fast gänzlich beschnitten. Wenn überhaupt wurden diese in der visuellen Version beschönigt oder humorvoll interpretiert.
    Der Roman -In meinem Himmel- hat mich beim Lesen völlig ergriffen und ließt sich stellenweise dermaßen real, als wenn die Autorin den Himmel selber besucht und sterbende beim Aufsteigen in dessen beobachtet hätte.

    Ein ergreifendes Werk, jedoch nichts fürs schwache Gemüht. Leider kann mir der Film, welchen ich eigentlich gemocht habe, nun gar nichts mehr geben. Leider wurde die Story zu glatt gebügelt und alle Kanten beschliffen.

    Also, ich rate jedem der den Film noch nicht gesehen hat, sich diesen vor dem Lesen des Romans zu geben, ansonsten schaltet ihr sicherlich nach kurzer Zeit kopfschüttelnd ab.

    Durchde


    Zann –X- plus Discography CD

    25.11.2010 - 11:26



    [2010 Adagio 830,Protagonist & Apocaplexy Records]

    Endlich gibt es das neue lange angekündigte Release von den Berliner Bulldozer Corler Zann. Die zwei Track 7inch ist neben dem Hauslabel Adagio 830 mit Hilfe von zwei befreundeten Plattenschmieden realisiert worden. Das -X- auf der Coverrückseite steht für das 10-jährige Bestehen der Band. Bedankt wird sich mit einer kostenlosen Zugabe, der längst vergriffenen Discography CD, erschienen auf Per Koro Records. Für circa 8 Euro finde ich das Package einen fairen Deal.

    So sehr ich Fan von der Band bin, muss ich leider zum ersten mal negative Kritik äußeren. Viele Elemente klingen in der Zusammenführung wie ein Medley aus ihrem bisherigen Schaffen.
    - Sorry mir fehlt der Kick, das Explosive und überraschend Brutale, mit denen mich die Herren in den letzten Jahren mit nach oben gerissenen Fäusten vor die Stereoanlage rutschen ließen. Vielleicht liegt meine Enttäuschung aber auch an dem eher schlechten Sound der Aufnahme? Auch wenn sich der Gesang etwas cleaner und sich so textlich besser verfolgen lässt, vermisse ich ein Lyriksheet. Man hätte zum Beispiel die Rückseite des beiliegenden Infoflyers bedrucken können. Außerdem hat man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht die Label der Platte zu bedrucken, schade…

    Natürlich stehen Zann mit ihrem düsteren emotionalen brutalo Gewitter weit vorne an den Fronten, auch wenn sicherlich etwas mehr gegangen wäre…..

    Tracklist:

    1. You are like a dog without a lash to guide your feet
    2. I`m finally kicked awake by visions taking shape

    Durchde


    Kurz Review: Tusk Live im Sonic Ballroom 25.10.10

    22.11.2010 - 19:16

    Das passte ja mal wieder wie die Faust aufs Auge. Gerade erst habe ich das Tusk Debüt in die Hände bekommen, lieben gelernt und dann erfreulich vernommen dass die Indirocker einen kurzfristigen Gig in Köln einschieben .

    Gerade mal fünf Euro kostete der Eintritt im Sonic Ballroom, welches zwar nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht, aber für einen Montag Abend gut besucht war. Tusk traten ohne weitere Band auf und spielten quasi einmal das komplette Album -Patience Camp- runter. Der Live Sound klang fast wie auf Platte und die coole Energie geladene Bühnenshow der vier Musiker gab nun auch den visuellen Reiz zu jedem Song.
    Erfrischend kamen die Ansagen zwischen den Tracks und ergaben eine lockere Atmosphäre, auch wenn das Publikum recht lahm, aber dennoch interessiert rüber kam.

    Ich fand es schwer beeindruckend, welche Sounddichte man mit nur vier Musikern erreichen kann. Das Keyboard und Akkordeon ersetzen eine möglicherweise fehlende zweite Gitarre perfekt und sorgen für einen coolen Hippen Sound.

    Auch wenn ich mir kein Kettenfett (Hausmarken Schnaps) gab und die Partypeople auf der Bühne nüchtern ertrug, stellte ich fest, eins der coolsten Konzerte des Jahres besucht zu haben….

    Durchde


    COPILOT -wie man hinkend laufen kann- Videoclip

    21.11.2010 - 07:59

    Ein Vorgeschmack zum kommenden Album -Kindererholungsheim- von Copilot (myspace.com/copilotmusik).

    Erscheint im Dezember auf Erdkern Records.

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    Durchde


    Diego Live im Blue Shell Köln 19.10.2010

    19.11.2010 - 12:42

    Puhh, Glück gehabt, fast hätte ich Diego verpasst. Spätestens seit deren aktuellen Platte wäre ich bereit durchs halbe Land zu reisen, um mir die wahrscheinlich für alle Ewigkeit ins Gehör gebrannten Songs live geben zu können. Warum ich nur durch Zufall von der Show im Blue Shell erfuhr, bleibt mir ein Rätsel….

    Kurz vor Start informierte ich mich auf der Webseite des Hauses nach dem Beginn der Show und vernahm den Starttermin 21 Uhr. Drei Bands sollten spielen, Scanners und Champions standen mit auf dem Plan, es deutete also alles auf einen längeren Abend hin. Mist, am kommenden Morgen musste ich wieder zur Frühschicht antanzen….
    Heute wollten wir endlich nicht schon Stunden vor Beginn einer Show aufschlagen. Als ich vor der Pforte des Blue Shells Live Sound vernahm, erschrak ich, sollte ich Diego verpasst haben? Beim Betreten der gut gefüllten Lokation lockerte sich mein Gemüt, als ich registrierte, dass als erstes Champions spielten. Wir drängten zur Bühne, um das Treiben aus kurzer Distanz zu begutachten. Das Quartett aus Koblenz lieferte Indi/Wave Sound mit Tiefgang und schönen Harmonien. Leider ging mir der stellenweise hohe Gesang gehörig auf die Nerven. Gegen Ende der schon zur Hälfte laufenden Show erwischte ich mich dann doch wippenden Fußes. So schlecht kann es dann nicht gewesen sein, vielleicht sollte ich mir Champions noch einmal in aller Ruhe geben.

    Der Umbau des Equipments von Champions zu Diego zog sich etwas in die Länge und lies mich nervös auf die Uhr schauen. Kaum etwas gegessen am heutigen Tag und schon wieder sehr früh raus zu müssen, nahm mir ein Stück der Vorfreude. Scanners würde ich mir aus zeitlichen Gründen sparen müssen….

    Diegos Set wurde glaube ich mit „Connected“ vom neuen Album eröffnet. Spätestens nach der Single „Grizzly Bear“ und dem Übersong „Lucy“ der Platte -Gold- hatte mich der melancholisch, leicht unterkühlte mit herrlichen Melodien versetzte Indisound der Marke Editors und Interpol in seinen Bann gezogen. Die Jungs lieferten eine großartige Show auch wenn das Publikum heute anscheinend eher für Scanners die Reise ins Blue Shell antrat. Dennoch wurde jeder Song mit Beifall gedankt und die Karlsruher boten eine prima Performance.
    Die neuen Songs verwoben sich prächtig mit dem älteren Material, der ersten beiden Alben. Leider gab es auch heute nicht „Isolation“ auf der Setlist. Zum Schluss wurden die rockigeren Nummern des Albums gespielt, welche der Band äußerst gut zu Gesicht standen. „Metz“ war der Hammer, solch ein Kaliber an Live Umsetzung hätte ich nicht erwartet.
    Einen eher ruhigen Ausklang gab es mit dem Song „She is“ und ohne Zugabe ging die Show viel zu schnell vorüber….

    Wir verließen flott die Lokation, um noch einen Happen einzunehmen, ehe wir zufrieden die Heimreise antraten….

    Durchde


    Shutter Island – Review

    16.11.2010 - 15:03

    Warum ich mir so lange Zeit mit dem neusten Werk von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio gelassen habe, kann ich nun auch nicht mehr verstehen. Ihre Zusammenarbeit konnte mich spätestens mit The Departed begeistern und Psycho-Thriller mag ich eigentlich auch ganz gerne. Vielleicht befürchtete ich aufgrund das Shutter Island in den 50ieger Jahren spielt eine Angestaubtheit und einen Streifen von über zwei Stunden Spieldauer gebe ich mir auch nicht nebenbei. Die Tiefe der Charaktere, besonders die des US-Marshals verkörpert durch DiCaprio, sind bestens herausgearbeitet. Die Kameraführung, Schnitt und musikalische Untermalung geben der Stimmung etwas Bedrohliches und in den visualisierten Backflashes und Gedankenfetzen Surreales. Martin Scorsese versteht es die Zuschauer zu begeistern und das ohne Abbruch den gesamten Film über.
    Shutter Island und Leonardo DiCaprios folgender Film Inception sind zur Zeit meine Lieblinge 2010. Die erzählerische Wendung zum Ende ist zwar stellenweise erwartend jedoch im endgültigen Ausgang überraschend und sorgt für aufarbeitende Gespräche nach dem Film.

    Storyanriss:
    Der US-Marshal Teddy ist mit seinem neuen Partner Chuck auf die abgelegene Insel Shutter Island gereist, welche eine Nervenheilanstalt beherbergt, um eine entflohene Patientin aufzuspüren. Besonders redselig und unterstützend zeigt sich niemand der Beschäftigten vor Ort und so wirklich scheint sich niemand für die tatsächliche Aufklärung zu interessieren. Als Teddy plötzlich auf eine heiße Spur kommt und die Machenschaften auf der Insel in ein völlig anderes Licht rückt, scheint es keine Möglichkeit mehr zu geben die Insel zu verlassen….

    Durchde


    Foals “Blue Blood” Clip

    13.11.2010 - 15:38
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    Municipal Waste “Wolves of Chernobyl” Clip

    10.11.2010 - 15:32

    Yeahhhhhhhhhh! Ein neuer großartiger Clip von den kultigen Retro Thrashern!!!

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    Durchde


    Atari Teenage Riot Activate Live Videoclip

    10.11.2010 - 14:39
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    Atari Tennage Riot spielen am 30.11.2010 in Bochum Bahnhof Langendreer !!!!!!!

    Durchde


    Youth of Today und Spermbirds im Bürgerhaus Stollwerk Köln

    07.11.2010 - 19:52

    Burning Fight Tour 20.9.2010

    Ob sich mir noch einmal die Chance bieten würde Youth of Today live zu erleben? Auf ihrer ersten Reunion Show hatte ich sie leider verpasst und fand mich nun als „Second Chance“ am Bürgerhaus Stollwerk in Köln ein.
    Zusätzlich auf dem Plan standen die Spermbirds. Schon eine Zeit her als ich die Band das letzte Mal gesehen habe. Deren aktuelles Album kann mich zwar bis dato nicht so dolle begeistern, doch die alten Hits aus vollen Kehlen zu hören wollte ich mir nicht entgehen lassen.

    Vor dem Hause warteten schon zahlreiche Partypeople. Auffällig war, dass kaum „Die Hard Edger“ vor Ort zu sein schienen. Zumindest dominierten Kippen und Bier bei den fröhlichen Gästen die Szenerie. Das Ticket empfand ich mit 20 Euro hart an der Grenze und besuchte zu Beginn den Merchstand. Die Spermbirds hatten ein reichhaltiges Sortiment am Start. Es gab sogar ein Skateboard mit dem Motiv der neuen Platte und neben diversen Platten auch Kinderkleidung ;-)
    Youth of Todays Auswahl fiel beschaulicher aus. Keine Platten, dafür eine handvoll Shirts. Sahen ganz nett aus, warum ich keines mitnahm, kann ich Euch heute auch nicht mehr sagen…

    Vor den beiden Acts spielten noch zwei weitere Kombos. Den Namen der ersten habe ich leider vergessen. Ausgestattet mit zwei Shoutern und einer Menge Spaß in den Backen begeisterten sie die nun kleckerweise eintretenden Zuschauer. Mir gefiel die Partystimmung und deren kritischer Unterton.

    The Schöne Hubätz trumpften als zweite Band des Abends auf. Zuerst nervte mich etwas der Gesang, doch irgendwann hatte mich ihr trashiger Hardcore Punk gepackt. Es dauerte nicht lange und vor und auf der Bühne war die Hölle los. Die Band feierte eine prima Party und spielte zum Schluss ein cooles SFA Cover.

    Nach einer raschen Umbaupause standen jetzt die alten Herren von den Spermbirds auf der Bühne. Sichtlich ergraut jedoch nicht eingerostet legten sie gleich zu Anfang mit einem beachtlichen Brett los. Hit um Hit der alten Alben wurden aufs nun enthemmte Volk losgelassen, bis die neueren rockigeren Songs den Slamdance etwas beruhigten. Neben zahlreichen Stagedives spritze Bier neben guter Laune der grölenden Fans.
    Die Spermbirds können es immer noch und Lee und seine Mannen bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die Spermbirds gaben Youth of Today eine Vorlage, welche an diesem Abend kaum noch zu toppen sein würde.

    Ray Cappo sorgte schon vor Beginn der Show für Aufsehen. Der Yogalehrer vollzog seine Aufwärmübungen aus Handständen und diversen Dehnübungen auf der Bühne. Auch Kollege John wirkte trotz seiner mittlerweile über 40 Jahre immer noch topfit.
    Die Band hatte es wie erwartet zu Beginn etwas schwer gegen ihre Kollegen anzustinken. Das Publikum, das deutlich Spermbirds lastiger ausfiel, feierte dennoch wenn auch etwas verhaltener die Straight Edge Legende. Ray musste zwar zuerst die Zuschauer etwas motivieren, hatte diese dann nach 3-4 Songs im Griff.
    Als unterhaltsam und sympathisch empfand ich die ausführlichen Ansagen der Songs und kleinen Storys darüber hinaus. YOT, auch wenn es sie nicht mehr wirklich gibt, bewiesen das ihre Songs „More than music“ sind. Es wurden eigentlich alle Hits gespielt und die Lyriks oftmals vom Publikum übernommen. Ab Mitte des Sets zeigte sich dann ebenfalls eine gelöste Stimmung und das Set war viel zu schnell zu Ende.
    „A Time will remember“ und „Break down the walls“ wurden zum Ende noch einmal richtig abgefeiert und das sichtlich zufriedene Publikum entließ, die sich ausgiebig bedankende New Yorker Band.

    Durchde