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    Copilot – Kindererholungsheim

    31.12.2010 - 10:43

    [2010 erdkern-records]
    [www.copilotmusik.de]
    [myspace.com/copilotmusik]

    Nach Copilot`s 2009er CDR -Kleinstadtgeschichten- folgt heute der zweite Longplayer des Quartetts aus Enger. Als Vorgeschmack gab es schon den ersten Titel von -Kindererholungsheim- „Wie man hinkend laufen kann“ als Videoclip, der die Mixtur aus Emopunk der Hamburgerschule mit einer gewissen unbekümmerten Leichtigkeit geboten auf gewohnten Niveau weiter führt. – Matula und Captain Planet lassen grüßen.

    Spielerisch klingt der Sound heute deutlich homogener/ausgewogener als in der Vergangenheit und gesanglich gönnt man sich einen größeren Schluck Melodie. Als Markenzeichen verstehen sich die oftmals gesprochenen Ferse, die Copilot das gewisse Etwas verleihen und auch schon mal an Ton Steine Scherben erinnern. Lyrisch bewegt man sich in Form von kleinen Gedichten, die einen Ausschnitt an Emotionen von kritisch anspruchsvollen jungen Punkerseelen spiegeln. Glücklicherweise begibt man sich trotz Wortspielereinen nie auf kryptische Zeilenverdrehern und stellt die Aussage der acht Tracks in einem klarem Bild dar.
    Auch beim zweiten Streich -Kindererholungsheim- verzichtet man auf eine konventionelle Hülle und schenkt der Tonkonserve eine aufwändige selbst gebastelte Verpackung.

    Eine äußerst sympathische Angelegenheit…

    Tracklist:
    01 wie man hinkend laufen kann
    02 50 mark schnäuzer
    03 musterlösung
    04 frühromantische konkurrenz
    05 sparflamme
    06 schlechtes karma / guter haarschnitt
    07 deine welt verkriecht sich
    08 feuerwerk, laserschwert

    Durchde


    Trashfest 2010 in der Turbinenhalle Oberhausen

    31.12.2010 - 10:16

    Yeahhhhhhh! Endlich sei mir nach über 20 Jahren gegönnt Kreator live zu erleben.
    Warum ich die Trash Metal Legende aus dem Pott immer wieder verpasst habe bleibt mir ein Rätsel. Das diesjährige Lineup des Trashfest in Oberhausen mit Kreator, Exodus, Death Angel und Suicidal Angels kann spielend mit dem der „Big Four“ mithalten und ich freute mir einen Ast ab endlich wieder die nicht vorhandene Matte zu schwingen.

    Vor Ort:
    Die Veranstalter der Turbinenhalle hatten die Ruhe weg und ließen die Fans über eine dreiviertel Stunde in der eisigen Kälte vor verschlossenen Türen warten. Als sich endlich die Pforten öffneten nahmen wir die reichhaltigen Merchstände in Augenschein.
    Getränke und Garderobe gab es nur gegen Bons für die man sich wiederum extra anstellen musste. Dies zum Ärgernis vieler Fans, welche durchs lange anstehen fast den Gig von Suicidal Angels verpassten. Wir sicherten uns den bestmöglichsten Platz in den vorderen Rängen, um den Klängen der noch jungen Griechen zu lauschen. Auch wenn die Bühnenperformance der aufstrebenden Trashcombo etwas lahm ausfiel, konnte ihr Mix aus Sacred Reich, alten Sodom und Slayer punkten. Es dauerte nicht lange, da bildete sich der erste Moshpit des Abends und schon zu Beginn gab es mit dem Opener eine ausgelassene Stimmung zu verzeichnen.

    Als nächstes standen Death Angel auf den Brettern. Vom ersten Akkord an und deren Stageaction merkte man die Erfahrung von einem Vierteljahrhundert Metalgeschichte. Auch wenn mir das neue Material der Band nicht so dolle gefällt, war ich von deren Power und technischen Leistungen begeistert. Besonders die Songs von den ersten Alben zauberten den Oldschoolern Lächeln in die Gesichter und ließen die Meute moshen und bangen, als wenn es kein Morgen gäbe…

    Von Exodus erwartete ich eigentlich nicht viel und war gedanklich schon beim Kreator Gig.
    Jedoch mit Erklingen des ersten Riffs ertönte ein gewaltiger Druck aus den Boxen, welcher mir durch den Körper schoss. Der Frontmann hatte mit seiner pushenden Bühnen Performance von erster Sekunde an die Zuschauer im Griff und animierte das Volk zu immer wüster werden Pitt. Als dann Klassiker wie „Bounded by Blood“ oder „Toxic Waltz“ gespielt wurden war der Ofen ganz aus. Nachdem die Jungs Kreator die Bühnen überlassen mussten, hätte ich mir Exodus noch eine weitere Stunde geben können.

    Die Ruhrpottrecken eröffneten ihr Set mit einem Backstage Video. Eine Cam spielte den Zuschauern auf die Leinwand einen Blick hinter die Bühne. Mit reichlich Nebel und rotem Licht legten Mille und seine Jungs los und begeisterten Jung und Alt. Seine Feststellung das heute Abend drei Metal Generationen zusammen gefunden haben, lies mich wieder einmal erinnern wie alt ich doch geworden bin…
    Zu jedem Song gab es ein Video inklusiv animierter Plattencover mit 3D ähnlichen Effekten. Auch wenn die Ansagen von Mille oftmals etwas stumpf rüber kamen, entschädigten die Bilder auf der Leinwand die politische Message der Band. Besonders das Tierrechtsvideo hatte es in sich. Bis auf „Extreme Aggression“, welches leider nicht gespielt wurde, gab es ein solides Set aus allen Schaffensphasen. Kreator agierten professionell aber auch etwas zu sehr einstudiert. Natürlich durfte am Ende der Gassenhauer „Flag of hate“ und „Pleasure to kill“ nicht fehlen und heizten gehörig ein.
    Kreator kündigten eine einjährige Konzertpause an und ein neues Album für 2012.
    Geschafft und trotz Gehörschutz mit dezent taubem Gehör verließ ich die Halle mit dem Gefühl im Bauch für ein paar Stunden noch einmal 15 Jahre alt gewesen zu sein ….

    Durchde