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    Bear – Abstractions 2.0

    05.05.2011 - 07:14

    [2011 Let it Burn Records Release Date 22.4.2011]
    [www.myspace.com/bearpropaganda]

    Puhhhhhhhh, lasst mich mal schnell meine Gedanken ordnen. Was haben mir Bear denn da in den letzen 15 Minuten um die Ohren gehauen? Böse, finster, destruktiv und ganz bestimmt kein Freund für diejenigen, welche es strukturiert und nachvollziehbar brauchen. Erinnert mich an Achterbahnfahrt, ähnliche Gefühlssituationen, und bietet einen passenden Soundtrack dessen. Auch wenn sich die Belgier dem Chaos Core verschrieben haben, lassen sich nach einer Eingewöhnung dem -Abstractions 2.0- betitelten Werk Strukturen zu ordnen. Bear klingen technisch versiert und bei einem bis in den letzen Akkord komplexen mathematischen Rechnungswesen anmutenden Soundgewitters kompromisslos provokant. Strukturen lassen Death Metal Vorlieben vermuten, klingen aber aufgrund der variableren Shouts dann doch eher nach komplexem Hardcore ala Converge, Coalesce oder Dillinger Escape Plan. Mike Patton hätte bei Bears vernichtenden statischen Songstrukturen sicherlich gerne als Gastmusiker mitgewirkt.

    „Abstractions“ war ursprünglich als selbst veröffentliche EP der Band erhältlich. Mit dem Let it Burn Deal wurde das Material neu gemixt und gemastert. Die EP kann als Vorgeschmack zum im September veranschlagten Release der ersten Full Lenght „Doradus“ verstanden werden und lässt einiges erwarten.

    Organisierter Lärm, ausgeklügelte musikalische Berechnungen folgend und systematisch dem Wahnsinn ein Schnippchen schlagend… Chaos 2.0

    Tracklist:
    Decades 2.0
    Injuries 2.0
    To sleep on rails 2.0
    Speaking is red 2.0
    Manicure for the masses 2.0

    Durchde


    Remember – Chuzpe

    04.05.2011 - 01:28

    [2010 Rising Riot Records]
    [www.myspace.com/rememberhc]

    Im Oktober letzten Jahres lieferten die Dortmunder Remember nach einem Demo und einer beeindruckenden 7inch ihre Debüt L.P. Auch wenn diese schon ein paar Monate auf dem Buckel hat, möchte ich heute für diejenigen die Band/Platte nicht kennen sollten eine Empfehlung aussprechen.

    -Chuzpe- beinhaltet 12 bombastische Hardcore Brecher (inklusive Intro und Outro) deren Intensität ich schon lange nicht mehr wahrgenommen habe.
    Wie ein schwarzes Loch, das alles Licht in sich aufsaugen möchte und sinnbildlich keine Hoffnung auf ein besseres soziales Leben verspricht, drücken sich Remember durch destruktive bedrohliche Midtempo Parts aus. Im Konterpart verstehe ich neben dem bedrohlichen Klangteppich, die schnelleren metallisch angehauchten Parts als Energie Quelle andeutend, selbst in einen verloren geglaubten Kampf nicht aufzugeben. Die kritischen Lyriks der Dortmunder, welche im Textheft Stimmung treffend mit einem Auszug aus Nietzsche eingeleitet werden, durch angepisste Shouts wie ein Schlag in die Fresse spürbar.

    Auch wenn Remember nichts völlig neues an ihren Instrumenten zelebrieren, schaffen sie dennoch das Kunststück aus zahlreichen Fragmenten des Hardcores ihren eigen Sound zu kreieren. –Chuzpe- klingt dermaßen durchdacht und kraftvoll produziert, so dass sich kommende Bands ihres Gernes an ihr messen lassen müssen.
    Beeindruckt hat mich schlussendlich die ausgefeilten Gitarrenparts, welche dezent eingesetzt an den richtigen Stellen immer wieder für eine kleine extra Zündung sorgen. –Chuzpe- zelebriert Endzeitstimmung, klingt böse und verzweifelt. Dennoch setzen sie sich für einen Non Violent Lifestle ein.

    Große Sache!

    Tracklist:
    1. Intro
    2. Resurrection
    3. Trees
    4. Won’t Stop
    5. Chuzpe
    6. Restless
    7. Moving Backwards
    8. Wreck
    9. Take Your Head
    10. Statues
    11. Realm
    12. Outro

    Durchde


    10.3.11 Bochum Zeche Carl: Diego & The Black Light Departure Live

    01.05.2011 - 11:26

    Es ist schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her als ich das letzte Mal die Zeche besuchte. In den 90iegern sah ich dort etliche New York Hardcore und Metal Kapellen. Heute stand Indisound auf dem Plan. Die Karlsruher Diego riefen zum zweiten Mal in kurzer Zeit zum Tanz, um die Songs vom aktuellen Album –Gold- zum Besten zu geben.
    Vor Ort war nicht so viel los. Der Club war mit max. 50 Zuschauern gefüllt, der kleine Merchstand der Band noch nicht einmal besetzt. Als The Black Light Departure den Abend eröffneten, wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Ob es an der Distanz aufgrund der hohen Bühne und verstreuten Zuschauern lag oder am Auftritt an sich. Deren Sound gefiel mir eigentlich gar nicht mal so schlecht. Klangen wie die kleinen Brüder von Diego, besaßen aber leider nicht deren Facettenreichtum. Am nervigsten empfand ich den Gesang, der nicht selten die Spur verfehlte und noch ausbaufähig schien. Deren Keyboarder versteckte sich lieber gleich in einer dunklen Ecke. Das Set von The Black Light Departure wirkte lieblos heruntergespielt, vielleicht hatten die Jungs aber auch einfach nur einen schlechten Tag erwischt. Ein Joy Division Cover zum Schluss konnte den Karren dann doch noch aus dem Dreck ziehen…

    Mit nicht gerade besten Erwartungen aufgrund der unpassenden Umstände und einer Stimmung nahe dem Nullpunkt, wartete ich auf Diego. Die Halle war nun etwas besser gefüllt, eigentlich okay wenn man bedenkt, dass die Show unter der Woche stattfand.
    Diego hoben meine Gefühlslage gleich mit den ersten Akkorden ihres Sets und bewiesen, dass sie auch auf größeren Bühnen funktionieren. Klarer Sound aus den Boxen und ein professionelles Auftreten auf der Bühne. Jeder Ton saß und die Vocals klangen wie direkt von Platte. Die Spielfreude stand den Karlsruhern ins Gesicht geschrieben und sie sorgten mit ihren witzigen Ansagen für einen Kontrast zum dezent, düster/kühl angehauchten Indi Sound a la Joy Division. Man muss die Band einfach lieben. Wem die neue Ausrichtung von den Editors nicht gefällt, kommt mit Diego auf seine Kosten. Es reihte sich Hit an Hit und die Band ließ sich nach ihrem Set noch zwei weitere Male auf die Bühne bitten. Natürlich durften meine Lieblings Tracks „Grizzly Bear“ und „Lucy“ nicht fehlen. Am Ende verging die Zeit wie im Flug und ich bemerkte kaum, dass die Jungs 90 Minuten gespielt hatten. Trotz der hohen Bühne boten Diego ein Wohnzimmer Feeling und verabschiedeten sich auf eine äußerst sympathischen/herzlichen Art…..

    Durchde