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    Monochrome – Unita

    19.02.2014 - 07:57

    mono_unita

    [Vö:21.032014 Unter Schafen Records]
    [www.monochromepopgroup.com]

    Um ehrlich zu sein, habe ich nach fünfjähriger Funkstille von Monochrome mit einem Ableben gerechnet. Völlig überraschend, wie ein Phönix aus der Asche, steht das Indi Kollektive dann heute mit einem neuen Album in den Startlöchern, um der Szene wieder einmal den Kopf zu verdrehen. Viel hat sich auf privater Ebene getan und man lebt mittlerweile über Stuttgart, Berlin, Basel und Zürich verteilt. Eine traditionelle Bandarbeit ist daher nur bedingt möglich. Monochrome verstehen es prächtig sich immer mehr von konventionellen Fesseln zu lösen und die kostbare Zeit produktiv zu nutzen. Mit der Möglichkeit im mittlerweile eigenen Studio zu produzieren und ohne Druck und Zeitlimit arbeiten zu können, bedienen sich Monochrome dem Luxus völlig autonom zu arbeiten. Auch wenn das Werk Unita nicht selbst veröffentlicht wird, verfolgt die Band den DIY Status stärker als je zuvor. Die Möglichkeit eine ausgedehnte Produktion fahren zu können, ermöglicht ihnen Konzepte so lange zu verändern bis sie irgendwann mit dem Ergebnis im absoluten Einklang sind.
    Durch die Reifeprozesse lösten sich Monochrome auf Unita von den rockigen Tunes und tauschten verzerrte Gitarren gegen Blas-, Streich- und Tasteninstrumente.
    Monochrome scheinen angekommen zu sein: An einem Ort an dem es friedlicher zur Sache geht als in den vergangenen Tagen. Der rebellische Ton ist passe. Auf Unita dominieren die weiblichen Vocals. An den Stellen an denen Marc ans Micro rückt klingt seine Stimme weniger gebrochen und kantig, sie verwebt sich deutlicher in die Klangstrukturen. Unita klingt homogener, befreiter und stellt gleichzeitig das ruhigste Werk der Band dar.

    Indi Pop auf internationalem Niveau, mit völlig eigenständiger Note.

    Tracklist:
    Clarification
    Of Constant Companions
    Brun
    The Weekender
    Leerschlag
    Minutes and Actions
    Wechselstrom
    (It is not meant to be) Our last campaign
    Sondergleich
    The Sense of a Sentiment
    Recours
    Miami
    Velvet Ropes
    Closure
    Canzone di un altra estate

    Durchde


    Viel Lesestoff für kleines Geld..

    27.12.2012 - 00:00

    Kalle Stille, unter anderem durch seine Beiträge im OX und der Webseite www.bobtorture.de (Konzertfotos/Reviews/Storys) bekannt, veröffentlichte vor einiger Zeit gleich zwei Bücher.

    Das erste mit „Kurz vor dem Arsch der Welt links ab“ betitelte beschreibt in Form von Auszügen seine (Punker) Biographie, beginnend in den frühen Achtzigern. Meinen persönlichen Bezug fand ich rasch, da sich viele Gegebenheiten auf dem Dorf abspielten und ich reichlich Parallelen zu meiner Vergangenheit fand. Die Zeit ohne Internet und Handy gepaart mit reichlich Anekdoten dieser Jugend und die Entwicklung des Punk und Hardcores in Deutschland erzählt Kalle auf amüsante Art und Weise. Mit seiner Erzählweise erinnert er an eine ungehobelte und unverblümte „Generation Golf.“ Klasse Werk, welches auch für nicht Punker unterhaltsamen Stoff bietet.
    Das Softcoverbuch koste 11 Euro, beinhaltet 250 Seiten, welche bis zum Rand bedruckt sind und gefühlte 150 Seiten mehr Lesespaß vermitteln.
    Enthält hidden Bonustracks zum runter laden…

    Für nur vier Euro mehr gibt es das 480 Seiten starke, zum Titel „Alles was ein Fanzine braucht“ passende, A5 Look gehaltene Buch. Kalle Stille gibt einen Überblick seines mittlerweile 27jährigen Schaffens in der Fanzine Kultur. Die anfänglich selbst kopierten Heftchen waren in der Zeit der Pre Digital Area das Sprachrohr der Szene und boten darüber hinaus einen Austausch über sozialkritisches Allerlei. Aufgrund der größtenteils dem Original entnommenen Artikeln u.a. aus dem Think, OX oder Plot, muss man sich durch ein recht kleines Schriftbild kämpfen. Wenn auch stellenweise schwer zu entziffern (vielleicht sollte ich einfach mal wieder meine Brille aufsetzen?), erhält das Punkerherz mit diesem Buch eine Zeitreise durch die Punk und Hardcore Welt, welche Lesestoff für eine ganze Weltreise garantiert. Ein wahrlich fettes Werk!
    Enthält ebenfalls einen Hidden Bonustrack.

    Durchde


    Kochen ohne Knochen – Das Ox-Kochbuch 5

    05.12.2012 - 23:10



    Mehr als 200 Vegane Punk Rezepte
    von Uschi Herzer & Joachim Hiller

    [2012 Ventil Verlag/Ox Verlag ISBN 978-3931555-28-3 Kostet 9,90 Euro]

    Das Punk/Hardcore/Rock N Roll Fanzine Ox hat es in einem viertel Jahrhundert auf mittlerweile über 100 Ausgaben geschafft. Eine der regelmäßigen Beiträge des Heftes ist die vegetarische Rezept Seite, welche in gebündelter Form bisher vier Ox- Kochbücher füllt. Am 06. Dezember erscheint ein weiterer Band mit zahlreichen neuen Ideen, welcher namentlich nach dem Magazin aus selben Hause betitelt wurde. In -Kochen ohne Knochen-, dem fünften Werk, präsentiert sich die Koch Crew in konsequenter Weiterentwicklung vegan und leistet in der Einleitung Aufklärung zur Tierfreien Lebensweise ohne den Zeigefinger zu erheben. Für den Einsteiger finden sich hilfreiche Ernährungshinweise und anhand aufgezeigter Beispiele wird verdeutlicht, dass eine vegane Ernährung keinen Verzicht bedeutet und an wirklich nichts vermissen lässt.

    Auch wenn im Hause Ox mit den Jahren alles größer & bunter geworden ist und man mit den Publikationen über Punkrock Kreise hinaus bekannt sein dürfte, bleibt der Kern der Sache beständig: Einfache Gerichte, locker beschriebene Rezepte ohne abenteuerliche Zutatenlisten. Dazu gibt es passende Musiktipps, zwecks stimmiger Untermalung beim brutzeln.

    Das fünfte Ox-Kochbuch sieht sich mehr als eine bloße Aneinanderreihung gesammelter Rezept Ideen und versteht es die vegane Ernährungsweise locker und mit reichlich Spaß zu vermitteln. Visuell lockern neben Bildern gekochter Mahlzeiten Illustrationen aus dem Hause Rautie, die nicht minder unterhaltsamen Texte auf.

    Gegliedert ist das 192 seitige Softcoverbuch in Salate, Suppen, Snacks, Hauptgerichte, Nachgebautes, Aufstriche und Süßes und bietet zahlreiche Ideen ebenso für ein üppiges Menü wie auch für die kleine Mahlzeit zwischendurch.

    Viel Spaß beim nach kochen wünscht,

    Durchde


    Deutschpunk Veteranen im AK 47

    23.10.2011 - 07:59

    Die Emils aus Hamburg waren in den späten Achtzigern einer der Bands, welche mich bewegten Hardcore zu hören und sie lieferten mit ihrem Debüt -Fight togheter for…- den Soundtrack einer ganzen Generation. Teenage Rebel Records legte den Klassiker vor kurzem neu auf und die Emils entschlossen sich für ein paar Shows die Bühne zu rocken…

    Ich besuchte den zweiten Tag des Flingern, der 13. Festival auf der Düsseldorfer Kiefernstrasse.
    - Mist, da habe ich am Freitag glatt Scheisse Minelli verpasst.
    Leider musste ich unmittelbar nach den Emils verschwinden, da ich am kommenden Tag sehr früh raus musste. Zum Glück wollten die Hamburger als dritte Band des Abends im AK 47 gegen 22 Uhr auf der Bühne stehen, das passte doch. Auf der Kiefern herrschte eine chillige Atmosphäre bei sommerlichen Temperaturen. Das bunte Treiben bietet immer wieder einen herrlichen Kontrast zu den Kommerz-Tempeln, welcher vor der autonomen Straße angesiedelt sind.

    Als erstes spielten Carlos Mogutseu und kämpften mit ihrem Singer Song/Writer und leicht schnulzigem Punk angehauchten Sound, um die Gunst der Zuschauer. Auch der Frontmann, der unterhaltsam sein Publikum in die Show einzubinden versuchte, konnte nicht für ein volles Haus sorgen…

    Unbekannt wie ihre Vorstreiter waren mir auch Cartouche, welche jedoch schon einmal Gäste im AK gewesen sein sollten. Die Franzosen mit ihrer hübschen Frontfrau boten allein visuell einiges, so dass sich der Konzertraum rasch füllte. Die kleine Dame fegte über die Bühne, schmiss sich auf die Knie um kurz darauf in die Luft zu springen. Die Musiker spielten abwechslungsreichen rockigen Punkrock, welcher an der Lead Gitarre auch schon einmal den ein oder anderen frickeligen Lauf bot. Die Ansagen kamen in Englisch und gaben einen Einblick in die politischen und sozialkritischen Lyriks. Cartouche machten Spaß und sollte man mal im Auge behalten…

    Nun war endlich die Stunde der Emils gekommen. Vier gealterte Herren beraten im vollen Hause die Bühne. Hinter ihnen prangte der originale Banner von 87` und stimmte zusammen mit dem ersten Hit „Viel zu langsam“ in einen ausgelassen Retro Abend ein. Nach und nach lieferten die Punks einen Hit nach dem anderen und auch wenn sie sich schon einmal verspielten oder aus der Puste kamen, überspielte man dieses Defizit mit viel Charme und Wortwitz. Das wichtigste aber: Die Emils boten keine schnöde Reounion Scheiße, sondern lebten ihren Sound von der ersten bis zur letzten Minute. Sänger Ille suchte ständig den Kontakt zu seinem Publikum, welches jede Textzeile mit grölte. Recht schnell verwandelte sich das AK in den vorderen Rängen zu einem Hexenkessel und die Luft war zum schneiden dünn. Ille befeuchtet die Besucher mit einer kleinen Wasserdusche und weiter gings.
    Zum Ende hin mussten die Hamburger die ein oder andere Zugabe geben, obwohl sie sichtlich fertig waren. Unter anderem gab es „Nein Nein Nein“ von den Buttocks auf die Ohren. Ille bedankte sich ausgiebig und versprach ein baldiges wiedersehen. Na das hoffen wir doch mal!

    Durchde


    Pessimistic Lines – The No Future EP

    26.06.2011 - 17:49

    [2011 Cobra Records/Drastic Actions]
    [www.pessimisticlines-hc.blogspot.com]

    6 Songs in 6.5 Minuten sollte ne Hausnummer sein, für diejenigen welche auf rasanten Hardcore Punk stehen. Pessimistic Lines -The no future Ep- schließen stilistisch an ihr 2009 Demo an und liefern einen willkommen Soundtrack für Tage an denen man der Welt am liebsten einen Riesen- großen Scheißhaufen spendieren möchte. Die Stuttgarter gehen hart ins Gericht mit gesellschaftlichen Umständen, reflektieren ihre Wut und sprechen auch schon mal eine niedergeschlagene Sprache.
    „Böse“ klingt der Sound die ex Musiker von Comecloser, Crisis Never Ends und Chaos in Me
    dennoch nicht. Auch wenn gewaltig die Gehörgange durch gepustet und einem kaum eine Verschnaufpause gegönnt wird, bieten Pessimistic Lines weitaus mehr als rasanten Hau drauf Punkrock. Zwar prügelt man gerne mal was das Zeug hält, versteht es dennoch jeden Track zu einem eigenständigen Konstrukt zu formen. Zwischen den schnellen Passagen bauen sich feurige mitreißende Midtempo Passagen auf, die für zusätzlichen Dampf sorgen und den ein oder anderen melodischen Bogen nicht scheut. Unterstützt durch die knappe Spieldauer hängt -The no future- in keiner Sekunde, weniger ist halt oftmals mehr.

    Tracklist:
    On our way down
    Taste of death
    No future
    Restless,boundless,godless
    Fuck what you call safety
    The walkmen generation is using ipods too

    Durchde


    Anchor – Recovery

    09.05.2011 - 07:44

    [Let it burn Release Date 17 Juni 2011]
    [www.myspace.com/xanchorx]

    Die Schweden Anchor liefern Mitte Juni endlich ihre 2. CD ab. Das auf dem Münchener Hardcore Label Let it Burn erscheinende Werk hört auf den Namen –Recovery- und weis gleich am Anfang zu überraschen…

    Die Einleitung des Albums klingt etwas irreführend und kommt eher rockig/melodisch rüber. Keine Angst, schon mit dem zweiten Song „Hemingway“ lenken die Vegan Edger ihr Schiff wieder ins gewohnte Fahrwasser. Angepisster Hardcore, der die New School Schiene vertritt und seine Eigenständigkeit in seiner kompromisslosen wütenden Art findet. Ob Moshig angereichert, straight nach vorne donnernd oder sich durch Judge nicht unähnliche Midtempo Passagen schlagend, das Konzept von –Recovery- stellt die Unzufriedenheit über menschlichen Missstände und den schmerzlichen Umgang mit unserem Lebensraum dar. Die manifestierte Wut, Frust und Ohnmächtigkeit dessen fungiert auf –Recovery- als verarbeitendes Instrument. Auch wenn es kaum Schnörkel oder Experimente auf dem neuen Album gibt, fallen mir besonders die gestreuten Melodieläufe zu dem ansonsten straighten brutalen Riffing auf. Einen fast meditativ, verträumten und emotionalen Moment erlebt man im letzten drittel vom Song „Echo“. Auch „No Love“ greift gegen Ende als Kontrast zu den ansonsten kernigen „In your face“ Sound in die Gefühlskiste. Genau durch diese stilistischen Merkmale hebt sich –Recovery- vom einerlei ab. Man sollte sich die nötige Zeit nehmen, um sich mit den Texten auseinander setzen. Erfreulicherweise shouten Anchor ihre Message ohne den erhobenen Zeigefinger.

    -Recovery- ist die passende musikalische Untermalung zur kritischen Analyse unseres Handelns. Die Idylle des Artworks täuscht ebenso wie der Opener. Ansonsten werden keine Kompromisse gemacht, um unmissverständlich aufzuräumen. Musikalisch ist dies Anchor auf alle Fälle wieder gelungen…

    Tracklist:
    1. Testament
    2. Hemingway
    3. Awakening
    4. Echoes
    5. Recovering
    6. In Sickness and in Health
    7. The Insight
    8. Lake Elsinore
    9. No Love
    10. Sleeping World
    11. Skies of Confinement

    Durchde


    The Haverbrook Disaster – Hopeward Bound –

    07.05.2011 - 08:07

    [Let it Burn Records Release: 3 Juni 2011, CD & Download]
    [www.myspace.com/thehaverbrookdisaster]

    The Haverbrook Disaster ordnete ich in Vergangenheit eher zu den unauffälligeren Kombos. Zu viel Metal und zu wenig Hardcore für meinen Geschmack Man bediente auf den ersten Releases lieber die monotone Bollo Schiene, anstelle den ausgeprägten Fähigkeiten eine eigenständige Note zu verpassen.
    Mit der ersten Full Length, der nun auf Let it burn beheimateten Band, ist den Haverbrooks der Sprung über den eigenen Schatten gelungen. Die Karlsruher gestalten ihr Songwriting flexibler und mit der Unterstützung von Produzent Zeuss (arbeitete schon mit Hatebreed oder Bleeding Through) ist im Planet Z Studio ein Metalcore Album der gehobenen Klasse entstanden. Gesangliche Unterstützung gab es unter anderem von Thick as Blood und The Blackout Argument.
    Auf -Hopeward Bound- wurde das gute Stück getauft und bietet 12 Tough Guy Core Tracks von fünf jungen Herren, welche trotz des deftigen Styles nicht zum lachen in den Keller gehen. Der Bandname allein sorgt für den nötigen Kontrast zum Sound.
    -The Hopeward Bound- vereint die rebellische Art des Hardcores, die technische Versiertheit des Metals und einige Melodic Parts.

    Auch wenn der Sound nicht selten von Downtunes mit moshigen Gitarren dominiert wird, ergänzt sich der derbe Gesang prima mit den emotional angehauchten punkigen Strophen. Erfreulicherweise driften The Haverbrook Disaster nie in popige Gefilde oder klingen aufgrund der stilübergreifenden Elemente gefällig. Schädelspaltende, messerscharfe Gitarrenriffs treffen auf ungewöhnliche und überraschend eingearbeitete Melodien, welche neben aggressiv gefauchten Shouts zu kleinen Hits kristallisieren. Auf die Spitze getrieben und der herausstechendste Song des Album ist zweifellos „Talking Big“ und empfehle diesen daher als Anspieltipp. Grandiose Nummer und ein cooles überraschendes Album!

    Tracklist:
    Howling With The Wolves
    The Runiner
    Hopeward bound
    Mr. No Regrets
    An Offer You Can’t Refuse
    Talking Big
    Oceanic 815
    On With The Show
    This Train Will Call at…
    Define Me
    Yesterday or Never
    Rewind

    Durchde


    Bear – Abstractions 2.0

    05.05.2011 - 07:14

    [2011 Let it Burn Records Release Date 22.4.2011]
    [www.myspace.com/bearpropaganda]

    Puhhhhhhhh, lasst mich mal schnell meine Gedanken ordnen. Was haben mir Bear denn da in den letzen 15 Minuten um die Ohren gehauen? Böse, finster, destruktiv und ganz bestimmt kein Freund für diejenigen, welche es strukturiert und nachvollziehbar brauchen. Erinnert mich an Achterbahnfahrt, ähnliche Gefühlssituationen, und bietet einen passenden Soundtrack dessen. Auch wenn sich die Belgier dem Chaos Core verschrieben haben, lassen sich nach einer Eingewöhnung dem -Abstractions 2.0- betitelten Werk Strukturen zu ordnen. Bear klingen technisch versiert und bei einem bis in den letzen Akkord komplexen mathematischen Rechnungswesen anmutenden Soundgewitters kompromisslos provokant. Strukturen lassen Death Metal Vorlieben vermuten, klingen aber aufgrund der variableren Shouts dann doch eher nach komplexem Hardcore ala Converge, Coalesce oder Dillinger Escape Plan. Mike Patton hätte bei Bears vernichtenden statischen Songstrukturen sicherlich gerne als Gastmusiker mitgewirkt.

    „Abstractions“ war ursprünglich als selbst veröffentliche EP der Band erhältlich. Mit dem Let it Burn Deal wurde das Material neu gemixt und gemastert. Die EP kann als Vorgeschmack zum im September veranschlagten Release der ersten Full Lenght „Doradus“ verstanden werden und lässt einiges erwarten.

    Organisierter Lärm, ausgeklügelte musikalische Berechnungen folgend und systematisch dem Wahnsinn ein Schnippchen schlagend… Chaos 2.0

    Tracklist:
    Decades 2.0
    Injuries 2.0
    To sleep on rails 2.0
    Speaking is red 2.0
    Manicure for the masses 2.0

    Durchde


    Remember – Chuzpe

    04.05.2011 - 01:28

    [2010 Rising Riot Records]
    [www.myspace.com/rememberhc]

    Im Oktober letzten Jahres lieferten die Dortmunder Remember nach einem Demo und einer beeindruckenden 7inch ihre Debüt L.P. Auch wenn diese schon ein paar Monate auf dem Buckel hat, möchte ich heute für diejenigen die Band/Platte nicht kennen sollten eine Empfehlung aussprechen.

    -Chuzpe- beinhaltet 12 bombastische Hardcore Brecher (inklusive Intro und Outro) deren Intensität ich schon lange nicht mehr wahrgenommen habe.
    Wie ein schwarzes Loch, das alles Licht in sich aufsaugen möchte und sinnbildlich keine Hoffnung auf ein besseres soziales Leben verspricht, drücken sich Remember durch destruktive bedrohliche Midtempo Parts aus. Im Konterpart verstehe ich neben dem bedrohlichen Klangteppich, die schnelleren metallisch angehauchten Parts als Energie Quelle andeutend, selbst in einen verloren geglaubten Kampf nicht aufzugeben. Die kritischen Lyriks der Dortmunder, welche im Textheft Stimmung treffend mit einem Auszug aus Nietzsche eingeleitet werden, durch angepisste Shouts wie ein Schlag in die Fresse spürbar.

    Auch wenn Remember nichts völlig neues an ihren Instrumenten zelebrieren, schaffen sie dennoch das Kunststück aus zahlreichen Fragmenten des Hardcores ihren eigen Sound zu kreieren. –Chuzpe- klingt dermaßen durchdacht und kraftvoll produziert, so dass sich kommende Bands ihres Gernes an ihr messen lassen müssen.
    Beeindruckt hat mich schlussendlich die ausgefeilten Gitarrenparts, welche dezent eingesetzt an den richtigen Stellen immer wieder für eine kleine extra Zündung sorgen. –Chuzpe- zelebriert Endzeitstimmung, klingt böse und verzweifelt. Dennoch setzen sie sich für einen Non Violent Lifestle ein.

    Große Sache!

    Tracklist:
    1. Intro
    2. Resurrection
    3. Trees
    4. Won’t Stop
    5. Chuzpe
    6. Restless
    7. Moving Backwards
    8. Wreck
    9. Take Your Head
    10. Statues
    11. Realm
    12. Outro

    Durchde


    Got Me ? – Review

    06.08.2010 - 04:49

    Hardcore-Punk als Lebensentwurf von Dolf Hermstädter
    [ISBN 978-3-934790-12-4]
    [Taschenbuch vom mox&maritz Verlag 306 Seiten]

    Got Me ? stand schon knapp zwei Jahre auf meiner Wishlist und durfte in diesem Jahr das erste Werk sein, welches ich in meinem Sommerurlaub lass. Dolfs zusammengefassten Kolumnen aus 21 Jahren des Trust Fanzine, berücksichtigt 1986-2007, überbrückte prima meine Reisezeit und war mir als Gute Nacht Lektüre ein kurzweiliges Vergnügen.
    Interessant, wenn nicht gar fesselnd empfand ich die oft persönliche/kritische Lektüre um und über die Punk/Hardcore Szene, mit Blick aufs Zwischenmenschliche und ein wenig Politik.

    Nicht selten fand ich mich zwischen den Zeilen des Geschriebenen von Got Me? wieder. In der Zeit als er das heute dienstälteste Hardcore Fanzine startete, fand auch ich zur Szene. Viele Statements, gerade aus den ersten Jahren der Kolumne, lassen sich heute noch aufgreifen und haben an ihrer Bedeutung nicht verloren.

    Interessant/informativ dürfte das Buch auch für die jüngere Generation sein. Prima noch einmal den Werdegang des Hardcorepunks, anfänglich ohne Mp3, Internet/Handy und Mainstream, den Kerngedanken der Bewegung und die Veränderungen bis heute hin mitzuerleben.

    Vielen Dank Dolf für die Zeitreise durch über 20 Jahre Trust, Punk/Hardcore in Deutschland und darüber hinaus.

    Durchde